Die Rheinwiesenlager

Ende 2011 stieß ich über ein Bild bei Google auf die Homepage von , die ich interessiert komplett durchlas. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich nämlich noch nie etwas über die Rheinwiesenlager gehört. Ich fand es eine unglaubliche Unverschämtheit und Grausamkeit von Amerikanern und Franzosen, die ja so gerne als Saubermänner dastehen und Deutsche nur mit Schmutz und Schuld bewerfen und ihnen alles wegnehmen. Was sind das nur für Heuchler. Ich bin überzeugt, dass die sich dafür nicht einmal schämen. Die Albträume, die ich danach bekam, verschwanden schnell und ich lernte mit der traurigen Geschichte sehr gut umzugehen.

Wer die Geschichte der Rheinwiesenlager nicht oder nur unvollständig kennt, kann sich bei hier: oder hier : informieren. Er wird die nachfolgende Geschichte sonst nicht verstehen. Dort werden auch Bilder aus den amerikanischen Archiven gezeigt. Kaum einer kennt diese Geschichte, oder er kennt sie nur in der offiziellen verharmlosten Version. Am Rhein starben zu Kriegsende und danach die über eine Million vermisster deutscher Soldaten, die man in Russland vermutete. Bitte nicht falsch verstehen: In Russland starben qualvoll mehr als eine Million deutsche Soldaten. In dieser Zahl sind nicht einmal die aus der ehem. DDR Verschleppten enthalten. Die Rheinwiesenlager waren aber das größte amerikanische Verbrechen in der Nachkriegszeit, und dazu noch auf deutschem Boden!!! Am Rhein!

Meine Ahnungslosigkeit über die deutsche Geschichte nahm immer schneller ab und meine Einstellung: „Nur die Nazis waren böse“ und „Jedes Verbrechen der Siegermächte geschah nur, weil die Deutschen etwas zurückbekommen haben“ und „Wir müssen uns schämen“ verblasste. Ich fühlte mich belogen, betrogen und unfair beschmutzt von den deutschen Medien, von Wikipedia, von Guido Knopp, von Geschichtslehrern, von den Linken, von den Deutschlandhassern, von den Siegermächten und von vielen vielen mehr. Ich besorgte mir das Buch „Der geplante Tod“ von James Bacque, ein kanadischer Journalist, der sich intensiv mit den Rheinwiesenlagern befasste, und las es. Seine Recherchen begannen mit der Durchsicht der wenigen vorhandenen Archive im Rathaus eines französischen Ortes und setzten sich mit der Durchsicht der wenigen, noch vorhandenen Archive der US-Army fort. Mein inzwischen recht gut entwickeltes Gefühl für die Wahrheit sagte mir: Das stimmt, was in diesem Buch steht.

Eine komplette Auflistung aller Lager gibt es vermutlich nicht. Auch in dem Buch von James Bacque fand ich darüber einige Fehler, nachdem ich einige Orte besuchte. Einige Rheinwiesenlager liegen nicht weit von meinem Wohnort. Ich besuchte im November 2011 sowie bei drei Gelegenheiten in 2012 die Lager Dietersheim, Bretzenheim, Bad Kreuznach, Biebelsheim, Heidesheim, Mainz-Hechtsheim, den Soldatenfriedhof Lohrer Wald in Bad Kreuznach und das Wiesenlager in Oberursel. Zum Lager Ludwigshafen Rheingönheim und Böhl-Iggelheim konnte ich erst in 2017 hinfahren.

Wer an den Skizzen einiger Rheinwiesenlager interessiert ist, möge mich doch bitte anschreiben!

Ich berichte über den Zustand, den ich vorfand, wie folgt:

Das Rheinwiesenlager Dietersheim

Auf der Homepage der Stadt Sponsheim gab es noch in 2011 eine Skizze des KZ Dietersheim, die ich damals – gibt es Zufälle? – runterkopierte. Sie verschwand inzwischen von der Homepage.

Das Lager befand sich auf einem Feld zwischen Sponsheim und Dietersheim und endete am Ortsrand von Büdesheim und kurz vor Dromersheim und ich war dort 2 Mal. Das Autobahndreieck Nahetal steht teilweise drauf und die A 61 durchkreuzt heute die Fläche dieses Kriegsgefangenenlagers durch die Mitte durch. In Dietersheim stehen ein Tennisplatz, ein Sportplatz, die Firma Raab Karcher und einige Häuserblöcke auf dem ehem. Gelände des KZs und das Gewerbegebiet von Sponsheim steht ebenfalls drauf. Der größte Teil des KZs besteht aber aus Acker und Gärten, so eine Art Naturschutzgebiet. Ich habe ein wenig geräuchert und bin mit dem Auto das Gelände einmal umfahren. Dabei entdeckte ich in der Ortschaft Dietersheim eine kleine Kapelle mit einem Ehrenfriedhof. Auf diesem Friedhof war ein kleines, mit Moos bedecktes Denkmal, auf dem nur „1945“ stand und nichts über das Schicksal dieser Toten aussagte. Auf dem Gelände der Kapelle waren etwa 200 verstorbene Rheinwiesenlagerinsassen beerdigt, darunter sehr viele Ungarn und Rumänen und auch eine Frau.

Das Gärtchen mit den Gräbern war gepflegt und im November 2011 befand sich noch ein verwelkter Kranz, vermutlich noch vom Totensonntag, auf dem Hof der Kirche. Das ist ein Zeichen, dass irgend jemand noch an diese Menschen denkt. Ich fand es nur bedauerlich, dass es keine weitere Gedenkstätte gibt, denn allein der Hinweis „1945“ sagt ja nichts aus. Nur jemand, der die Geschichte kennt, kann sich einen Reim daraus machen.

Auf dem kleinen Friedhof befand sich auch eine Info-Tafel der Kirche. Darauf stand in etwa sinngemäß, dass es in Dietersheim ein Kriegsgefangenenlager gegeben hat, in dem es katastrophale hygienische Verhältnisse und Hunger gegeben hat. Das Lager hätte aber nur vier Monate existiert und dank dem Einsatz von Pfarrer Como, mit breiter Unterstützung der Bürger, sei das Leid mit etwa 500 Toten gar nicht so groß gewesen. Außerdem hätten Lagerinsassen fliehen können, die die Bürgerin Xy in ihrem privaten Haus aufgenommen und gepflegt hätte.

Das mag ja alles stimmen, aber das mit den 500 Toten nehme ich denen nicht ab! Auf diesem KZ-Gelände von Dietersheim, das gut 4 – 5 qkm groß war, wo es Hunger, Kälte und fürchterliche hygienische Verhältnisse gab und vom Krieg geschwächte Menschen auf dem Haufen unter freiem Himmel zusammengedrängt waren, soll es in 4 Monaten nur 500 Tote gegeben haben? Die haben vermutlich nur die gezählt, die im Lazarett gestorben sind! Tatsächlich hatten deutsche Ärzte und Sanitäter mit Hilfe der Bürger für die Rheinwiesenlager ein kleines Lazarett in der Nähe von Heidesheim gegründet. Die Ärzte waren teilweise auch aus den Rheinwiesenlagern und die Bürger spendeten dafür die Lebensmittel, die ihnen zu der Zeit dringend gefehlt haben. Ins Lazarett wurden die Lagerinsassen von den Besatzern aber erst gebracht, wenn sie schon tot krank waren! Die sind dort so gut wie alle gestorben. Und wer zählte die Toten in den Latrinen und in den zugeschütteten Erdlöchern? Und die Erschossenen, die Opfer von wilden Cowboys wurden? Und die Verhungerten, Erfrorenen, an Typhus und Ruhr verstorbenen, die liegenblieben und wer weiss wohin abgeschleppt wurden?

Das Rheinwiesenlager Bretzenheim

Das Lager befindet sich zwischen den Ortschaften Bretzenheim und Winzenheim und grenzt im Norden an Langenlonsheim. In Bretzenheim steht ein großes Denkmal für alle Rheinwiesenlager, das kaum einer kennt bzw. nicht weiß, für was es da steht. Sehr treffend wird dieser Ort auch „Feld des Jammers“ genannt. Wenn man bei Wikipedia unter diesen Namen sucht, findet man auch die Skizze des KZs und ein Foto des Mahnmals. Auch an diesem Denkmal lag noch vom Totensonntag ein Kranz vom Land Rheinland-Pfalz und ein schöner Blumenkübel mit der Inschrift „Von den Kameraden“. Es leben also noch Menschen, die dort einmal „inhaftiert“ waren und überlebten. Auf dem Boden der Denkmalanlage stand auf den Platten in großen Buchstaben geschrieben: „Nazis verpisst Euch“. Das Land Rheinland-Pfalz wird wohl oft an die Untaten von Amerikanern und Franzosen erinnert.

Man muss sich der Ideologie der heutigen Nazis nicht anschließen. Hier wird aber kritisiert, dass Nazis an verharmloste und verborgene Verbrechen der Amerikaner und an die Wahrheit erinnern. Die Wahrheit sollte man nie verbieten, verleugnen, verharmlosen oder verdrängen, denn dann ruht die Vergangenheit nicht. Genau diesen Fall haben wir heute. Es ist eine Respektlosigkeit gegenüber den Toten und irgend wann kommt sie ans Tageslicht. Außerdem blieben hier durch Gewalt, Vertuschung, Verharmlosung und Lüge sehr viele Seelen jahrelang erdgebunden und die Vergangenheit kann nicht ruhen. Das berücksichtigt ja keiner, nur weil man diese Wesen nicht mehr sieht. Ich freue mich immer darüber, wenn jemand den Mut hat, in unserer verlogenen Welt alles korrekt zu bringen. Ich empfinde es nur als sehr traurig, dass das „Hervorbringen der Wahrheit“ mit der „Wiederbelebung von Hitler und dem Nazismus“ bewusst (?) verwechselt wird und dass man dann auch noch gefährlich leben muss.

Das Rheinwiesenlager Bretzenheim war gut 8 qkm groß. Es war das größte aller Lager, hat 3 Jahre existiert und war mit Abstand das Lager mit den meisten Toten. Es ist auch das einzigste Lager, das nicht völlig in Vergessenheit geraten ist. Ich wünschte mir, dass alle anderen Lager auch so ein großes Denkmal hätten und wenn auf allen die unmißverständliche Wahrheit stehen würde und immer wieder Gedenkfeiern stattfinden würden, so wie bei den Siegermächten und für die Juden. Dann gäbe es auch keine deutschen erdgebundenen Seelen aus der Kriegszeit mehr.

In der Mitte des Lagers Bretzenheim wurde ein Gewerbegebiet und einige wenige Wohnblöcke gebaut. Auf der Winzenheimer Seite steht ein Tennisplatz auf dem Lagergelände. Der süd-westliche Teil des KZs besteht aus Acker und der nord-östliche Teil ist eine Viehweide. Mehrere kleine Feldwege durchkreuzten es, und ich ging dort eine Weile spazieren. Ich fragte mich, ob die Arbeiter beim Bebauen des Geländes denn nicht auf menschliche Reste und Soldatenmarken gestoßen sind, was sie damit gemacht haben, und ob die Bewohner denn gar kein Problem haben, auf dieser Fläche zu wohnen. Anscheinend nicht.

Das Rheinwiesenlager Heidesheim

Die Stadt Heidesheim war so nett und gab mir die Auskunft über die Lage des KZs. Das KZ-Gelände besteht heute überwiegend aus einer Obstplantage zwischen Heidenfahrt, Ingelheim und Heidesheim (auch genannt „Das große Mittelfeld“). Es geht bis an den Rhein. Die A 60 durchkreuzt heute das KZ und die Abfahrt Ingelheim Ost einschl. den beiden Zubringerstraßen wurden auch auf dem KZ-Gelände gebaut. Außerdem stehen etwa 4 Häuserblöcke der Stadt Heidesheim auf dem ehemaligen Rheinwiesenlager.

Das Rheinwiesenlager Heidesheim ist nach meiner Schätzung nicht ganz 3 km2 groß. Etwas versteckt an der Ecke von einer Zubringerstraße und der Straße zwischen Heidesheim und Heidenfahrt (am Rande des Lagers) steht eine kleine Gedenkstätte und eine Skizze des KZ-Areals. Ich fand diese Gedenkstätte zuerst nicht zwischen den Büschen und fragte einen Spaziergänger aus der Gegend, der gerade mal 20 Meter von der Gedenkstätte entfernt am Wegesrand ging, danach. Er hatte von einem Kriegsgefangenenlager und einer Gedenkstätte nie etwas gehört und wohnte gerade mal ein paar Meter entfernt. Vielleicht stand auch sein Haus noch auf der Fläche des Lagers.

Leider stand die Geschichte etwas missverständlich auf der Gedenkstätte, denn es wird an etwa 80.000 deutsche Soldaten erinnert, die dort in Kriegsgefangenschaft waren. Es hört sich fast so an, als ob die das auf der Obstplantage ganz nett hatten, saftige Äpfel gegessen haben und alle weiterleben durften. Das Lager Heidesheim war aber, nach Bretzenheim, Bad Kreuznach, Rheinberg und Sinzig, das Lager mit den meisten Toten.

In Heidesheim erlebte ich noch eine Geschichte, über die ich gerne berichten möchte. Ich konnte das Lager schwer umfahren, da es durch die A 60 und die Zubringerstraßen durchkreuzt wird. Deshalb spazierte ich in der Apfelbaumplantage zwischen den Bäumen, dachte an die toten Soldaten, auf denen jetzt Apfelbäume und Zwetschgen wachsen, räucherte und streute Blumen und Blätter. Es war Herbst 2012 und die Äpfel hingen an den Bäumen. Ich habe noch nie so große Äpfel gesehen. Die waren groß wie Pampelmusen und knallrot. Und es lagen so viele auf dem Boden, ganz heil, nicht angepickt und ohne Druckstellen! Ich fragte mich, ob der Apfelbauer auch die Äpfel vom Boden aufsammelt und kam zum Schluss, dass er wohl erst in einem Monat erntet, wenn die Äpfel auf dem Boden schon hinüber sind. Plötzlich hatte ich es im Kopf: „Die kannst du dir nehmen“. Vielleicht kamen diese Worte nur durch mein Wunschdenken. Muss aber nicht so sein. Ich hatte den Karton mit den Blumen, der inzwischen leer war, und packte Äpfel vom Boden hinein. Als ich sie zuhause nachzählte, waren es genau 13 Stück. Mal wieder die 13! Der Neubeginn!

Die Äpfel waren schön saftig und süß. Im Handel sah ich derartig große Äpfel noch nie. Ob es die toten Soldaten unter den Apfelbäumen waren, die mir dieses Geschenk machten? Ansonsten möge mir der Apfelbauer den Diebstahl vergeben.

Das Rheinwiesenlager Mainz-Hechtsheim:

Die Skizze des KZ Mainz-Hechtsheim ist nirgendswo zu finden. Anhand der Beschreibung eines Insassen, die ich auf www.rheinwiesenlager.de fand, stellte ich fest, dass es auf dem Gelände lag, das heute das Gewerbegebiet des Stadtteiles Hechtsheim ist und im Osten an die Rheinhessenstraße grenzt, vor der Kurmainzerkaserne endete, ca. 1 bis 1,2 km lang und ca. 500 m breit war und ca. 1 – 1,5 qkm groß. Im Norden grenzt es heute an der A 60. Von der Kurmainzer Kaserne, eine deutsche Kaserne, die die Amis nach dem Krieg besetzt haben und irgendwann auch wieder zurückgaben, wurde das KZ von dem Amerikanern kontrolliert.

Ich berichtete einmal einem Bekannten, der in diesem Gewerbegebiet arbeitet, dass das früher einmal ein sogenanntes Rheinwiesenlager war. Es fiel ihm schwer zu glauben und es gefiel ihm nicht. Es wäre ihm wohl lieber gewesen, wenn ich nichts gesagt hätte. Ich schließe daraus, dass auf diesen Geländen ahnungslose Leute arbeiten und vermutlich auch wohnen und auch darüber nichts wissen wollen. Sie können unwissend oder mit einer Lüge besser damit leben.

Der Bekannte hat sich danach aber später doch sehr für die Rheinwiesenlager interessiert und ging manchmal zu Gedenken hin. Es wäre so schön, wenn dort auch andere Menschen hingehen, die keine Nazis sind.

Ich bin 2 x nach Hechtsheim gefahren und bin das Areal des KZs sowie die Kurmainzerkaserne einmal umfahren. Da es an die Autobahn grenzt, war das nicht so einfach und ich musste einen großen Umweg machen. Ansonsten erinnert nichts mehr in Hechtsheim an das Rheinwiesenlager. Es gibt auch keine Gedenkstätte. Eine Räucherung mit Beifuß habe ich dort auf einer Fläche neben einer Spedition machen müssen. Es war Sonntag und es war menschenleer.

Das Rheinwiesenlager Mainz-Zahlbach:

Leider habe ich bis heute noch keine Skizze über dieses Lager bekommen und bin deshalb nicht hingefahren. Meine Erfahrungen mit den Stadtverwaltungen und der Dokumentationsstelle Rheinland-Pfalz sind leider schlecht. Ich habe von dort noch nie eine brauchbare Info über die Rheinwiesenlager bekommen. In der Regel haben sie auf meine Anfragen nicht geantwortet.

Ich würde mich freuen, wenn mir ein Leser hier mit dem Standort dieses Lagers weiterhelfen kann. Dann will ich das Lager gerne besuchen und berichten.

Das Rheinwiesenlager Bad Kreuznach am Galgenberg

Die Skizze des KZ Bad Kreuznach habe ich lange gesucht. Sie ist im Internet nicht zu finden. Letztendlich fand ich sie an der Gedenkstätte des Lagers Bretzenheim und besuchte dieses KZ in Bad Kreuznach im Herbst 2012.

Das KZ Bad Kreuznach war ca. 1 – 2 km2 groß. Das Areal ist heute komplett mit einem Sozialviertel mit Block- und Hochhäusern bebaut. Es ist das Viertel zwischen der Richard-Wagner-Straße und der Dürerstraße einerseits und zwischen der amerikanischen Kaserne (Rose Barracks) und dem Fuße des Galgenberges (bis zum Beginn der Reben) andererseits. Nur etwa 5% des Areals, und zwar der Teil, der sich direkt am Fuße des Galgenbergs befindet, ist nicht bebaut und besteht aus einem wild wuchernden Gelände. Möglicherweise wurde das KZ von der Kaserne aus kontrolliert, ähnlich wie in Mainz-Hechtsheim.

Das KZ in Bad Kreuznach war zwar nicht so groß, dafür aber sehr brutal, denn dort gab es im Vergleich zu anderen mehr Tote. So soll dort häufiger als woanders in die Menge der Insassen geschossen worden sein. Einmal sollen dort zwei Amis ein schweres Blutbad angerichtet haben und es gab etwa 50 Tote und ca. 200 Verletzte, die wohl alle zum Verrecken liegenblieben. Das Leid ist unvorstellbar.

Eine Gedenkstätte gibt es in Bad Kreuznach nicht, aber ein Stückchen weiter, außerhalb des KZs auf dem Galgenberg, steht ein ca. 2 Meter hohes Kreuz. Dort hatte man damals verstorbene Lagerinsassen verscharrt und später auf den Soldatenfriedhof in den Lohrer Wald umgebettet. Die Inschrift auf dem Kreuz lautet: „Zum Gedenken an die nach dem Kriege in Gefangenschaft verstorbenen, an dieser Stelle beigesetzten und später in den Ehrenfriedhof Lohrer Wald umgebetteten deutschen Soldaten“.

Da wird nichts von Rheinwiesenlagern und von deutschen Soldaten geschrieben, die unter freiem Himmel verhungert und an Krankheiten gestorben sind, weil sie von Amerikanern nicht versorgt wurden. Die Inschrift missversteht man so als ob die deutschen Soldaten im Lazarett friedlich gestorben sind. In Wirklichkeit wurde hier gerade 50 m von der Lagergrenze, vermutlich zufällig, ein Massengrab gefunden und die Leichname in den Soldatenfriedhof gebracht.

Das Rheinwiesenlager Biebelsheim

Die Skizze des KZ Biebelsheim konnte ich nirgendswo finden und die Stadt Bad Kreuznach, zu der der Ort Biebelsheim gehört, benötigte 6 Wochen um mir mitzuteilen, dass sie mir nicht weiterhelfen können. Sie verwiesen an das NS-Dokumentationszentrum Rheinland-Pfalz in Bretzenheim.

Im August 2012 richtete ich also mein Anliegen an die das Dokumentationszentrum in Bretzenheim, um die Skizze des KZ Biebelsheim zu bekommen. Von dort bekam ich folgende Auskunft per mail: „Die Dokumentationsstelle Kriegsgefangenenlager Bretzenheim ist überwiegend auf Bretzenheim/Winzenheim beschränkt. Skizzen über die anderen beiden Nachbar-Rheinwiesenlager Bad Kreuznach und Biebelsheim liegen hier nicht direkt vor. Es müßten umfangreiche Unterlagen gesichtet werden. Bevor ich diese Sichtung vornehme bitte ich um Mitteilung für welchen Zweck diese Skizzen verwendet werden sollen. Leider werden ab und zu Materialien und Informationen politisch mißbräuchlich verwendet. Das Thema Kriegsgefangenenlager in Deutschland ein sehr brisantes Thema. Geben Sie sich bitte zuerkennen und teilen Sie den Verwendungszweck. Vielleicht suche ich dann nach Skizzen. Das Dokumentationszentrum wird ehrenamtlich geführt.“

Ich musste dem netten Herren der Gedenkstätte also erstmal erklären, dass ich in Biebelsheim eine Art Gedenken mache, da die verstorbenen Wesen unfriedlich starben, keiner mehr an sie denkt, das Verbrechen als „nicht so schlimm“ herabgestuft wird und kein Mensch etwas davon weiß, die Wesen keinen Frieden deshalb finden können und die Vergangenheit auf diese Art nicht ruhen kann. Dazu musste ich ihm auch noch erklären, für was ich eine Skizze benötige (nämlich um einmal gegen den Uhrzeigersinn herumzulaufen und etwas zu lösen). So schwer es mir fiel, schrieb ich ihm so einfach wie möglich die Wahrheit, in der Hoffnung, dass er sie versteht. Letztendlich will ich ja auch nur Wahrheit hören, und keinen Quatsch, so wie der von den 5000 Toten der Rheinwiesenlager.

War alles nicht so leicht, aber anscheinend hatte der Mann es verstanden, denn seine Antwort am 7.8.2012 war freundlich und entgegenkommend: „Ihre ausführliche E-Mail vom 24.07.2012 ist hier eingegangen. Sie erhalten von mir die gewünschten Ortspläne. Gedulden Sie sich bitte ein wenig. Im Augenblick haben wir einen regen Zuspruch durch verschiedene Veranstaltungen, dh Anfragen und Besuche. Leider habe ich viele der vorhandenen Unterlagen nicht im PC und kann mit meiner bescheidenen Ausrüstung nicht scannen, dh ich benötige ihre Postanschrift für den Versand. Bei der Gelegenheit werde ich Ihnen einiges kostenfreies Informationsmaterial über das Kriegsgefangenenlager Bretzenheim beilegen. Sie werden nicht vergessen, es dauert nur etwas.“

Ich gab dem Herrn meine Privatanschrift und habe erst 3 ½ Jahre später, Ende 2015, wieder etwas von ihm gehört. Es kam eine Broschüre über die offizielle Version der Rheinwiesenlager mit einem Begleitschreiben: „Anbei die gewünschte Information“. Selbstverständlich waren in der Information auch keine Skizzen der Lager enthalten. Was haben diese Menschen nur für eine Angst.

Schon im Herbst 2012 hatte ich es aufgegeben, auf die Skizze von Biebelsheim zu warten. Ich fuhr ganz einfach mal dort hin. Es ist ein abgelegenes Kuhdörfchen auf einem Berg, nicht weit von Bad Kreuznach. Auf einem Feld am Ende der Schulstraße, gleich außerhalb der Ortschaft, steht nur ein ca. 2 – 3 m hohes Holzkreuz ohne Inschrift als Gedenkstätte. Das hätte genauso gut irgend ein anders Gedenken sein können.

An diesem Kreuz gedachte ich der Toten des Lagers Biebelsheim, in der Hoffnung, dass das ehem. Rheinwiesenlager auch dort gewesen ist und die Toten unter diesem Acker liegen.

Mehr kann ich leider ohne Angaben nicht machen. Irgendwo las ich, dass es in diesem KZ nicht so viele Tote gegeben hat wie in anderen. Ich gehe deshalb davon aus, dass es eher klein war.

Der Soldatenfriedhof Lohrer Wald

Irgendwann im Juni oder Juli 2012 gab es einen Tag, an dem ich bei 24° C und herrlichem Sonnenschein in den Lohrer Wald bei Bad Kreuznach fuhr. Im Lohrer Wald sind etwas mehr als 2000 Tote der Rheinwiesenlager auf einem Soldatenfriedhof mitten im Wald beerdigt. Diese Toten, gemeinsam mit etwa 2000 weiteren, die in Bad Bodendorf bei Remagen beerdigt sind, sind diejenigen, die in diesem Verbrechen auch zugegeben werden. D.h. es sind diejenigen, die vermutlich alle im Lazarett starben und gezählt wurden und diejenigen, die es unter den gegebenen Umständen noch am besten hatten. Sie wurden auch ordentlich bestattet.

Der Friedhof war sehr schön angelegt, und es war ganz einsam. Ich musste erst ein bis zwei km durch den Wald fahren, bis ich zu diesem Friedhof kam. Er hatte ein kleines Eingangshäuschen, in dem nichts über die Geschichte stand, und er war ca. 100 x 50 m groß. Hier mal ein Bild: . Für jeweils zwei Tote steht ein Stein. Wenn alles nicht so traurig wäre, könnte man fast sagen: Die Toten haben es hier wunderschön. Weit und breit war kein Mensch zu sehen, so dass ich mich auch bestens auf meine energetische Reinigungsaufgabe konzentrieren konnte.

Ich las ein wenig die Namen auf den Grabsteinen und bemerkte, dass so ziemlich alles vertreten war. Vom 18-jährigen Jugendlichen bis zum über 50-jährigen älteren Herren. Doktoren, Professoren, Ungarn, Rumänen, auch eine Frau fand ich auf den ersten Blick. Einige waren auch als „Unbekannt“ beerdigt. Die meisten Toten waren zwischen 40 und 50 Jahre alt. Vermutlich haben die Jüngeren die Strapazen körperlich besser überstanden. Auf zwei oder drei Gräbern befand sich auch ein Blumentopf. Für mich ist das ein Zeichen, dass Freunde oder Nachfahren dieser Menschen noch an sie denken und sie besuchen. Das freut mich.

Ich umlief einmal das gesamte Friedhofsgelände gegen den Uhrzeigersinn und räucherte. Ich streute dabei viele Blumen, Blätter und Kräuter um das Gräberfeld herum. Ich hatte einen gesamten Umzugskarton voll, überwiegend getrocknetes Heidekraut vom Frühjahr und frische Gingko-Blätter, und sang dabei das Aufstiegsliedchen mit dem deutschen Text. Ich wette, die Soldaten konnten nach ihrem Erlebnis in den Rheinwiesenlagern kein englisch und kein französisch mehr hören. Die weiße Kerze konnte ich nicht in der Mitte des Feldes anmachen, denn es war etwas windig und sie ging aus. Sie brannte aber am Eingang in dem Häuschen. Danach ging ich in die Mitte des Feldes und sprach den Aufruf aus, in dem ich den Toten der Rheinwiesenlager die Geschichte mit dem Verbrechen vorlas und bat, alles loszulassen und zu gehen und die violette Flamme rief. Das schöne, angenehm sonnige Wetter, die Einsamkeit, die Schönheit des Friedhofes, ließen mich angenehm wohlfühlen. So wohl, dass ich gleich nach Abschluss des Vortrages das Bedürfnis hatte, den Seelen von ganzem Herzen laut mitzuteilten: „Ich freue mich, dass ich heute hier bei Euch bin“ und „Es ist so schön bei Euch“. Solche Worte kamen mir noch nie völlig unüberlegt von den Lippen. Sie kamen vom Herzen. Ich hatte dabei das Gefühl, dass ich schwebe. Ich guckte auf meine Füße, aber sie waren noch auf dem Boden.

Dann verließ ich die Mitte des Feldes und ging Richtung Seitenmauer des Friedhofes, als ich ein Gemurmel, Scheppern, Klappern, Rasseln hörte und mich fragte, ob mir mein Tinnitus gerade einen bösen Streich spielt. Ich konnte das Geräusch nämlich nicht so richtig identifizieren und kann es auch nicht so richtig beschreiben. Ich lehnte mich an eine Seitenmauer des Friedhofes und hörte dort diese ungewöhnlichen Geräusche weiter. Ich erinnere mich, dass ich mich an das Ohr anfasste, denn ich dachte tatsächlich, dass es ein Tinnitus ist. Ich schaute mich in alle Richtungen um, ob dort jemand war. Aber nein, ich war ganz allein auf diesem riesigen Friedhof. Kein Jogger, kein Spaziergänger, kein Hund, kein Wind. Ich dachte, ich bilde mir das nur ein. Plötzlich sah ich auf den vorderen Gräberreihen, die gleich am Friedhofseingang sind, ganz deutlich viele weiße, neblige, durchsichtige Gestalten, eher klein, die die Hände zum Himmel hielten. Einige von ihnen hielten einen Becher zum Himmel und bewegten sich tänzerisch, als ob sie feiern würden. Sie bewegten sich dabei langsam, eher in einem Schneckentempo. Ich erinnere mich eine ziemlich kleine Gestalt gesehen zu haben, die eine kurze Hose anhatte und daneben stand eine recht große, sehr schlanke Gestalt mit einem Gewand. Das kann ein Mantel (oder ein Nachtheimd?) gewesen sein. Ich schaute in die andere Richtung des Friedhofs und dort standen sie nicht nur auf den Gräberreihen, sondern es war alles voll von Wesen. So voll, dass ich den Einzelnen gar nicht erkennen konnte. Das sah aus wie eine riesige, neblige Masse, aus der lauter Köpfe und zum Himmel ausgestreckte Arme herausragten, und von denen viele sich langsam bewegten. Auch auf der gegenüberliegenden Seite am Waldesrand, d.h. außerhalb des Friedhofes zwischen den Bäumen, sah ich Wesen, als ob sie alle zum Friedhof kamen.

Nun kann ich so viele Köpfe und Arme nicht zählen. Ich meine aber, das waren mehr als 2000 Stück. Ich probierte, ob ich die Sicht dieser nebligen Gestalten auch ausschalten konnte. Ich machte kurz die Augen zu und wieder auf und ja, es klappte. Wenn ich wollte, konnte ich das normale Landschaftsbild allein sehen und die nebligen Gestalten waren weg. Wenn ich aber wollte, konnte ich die nebligen Gestalten wieder sehen. Als ich die Gestalten aber wieder sehen wollte, waren sie weitaus schwächer und die Geräusche waren in der Zwischenzeit auch abgeklungen.

Danach ging ich am seitlichen Weg neben der Friedhofsmauer Richtung Auto, das ich im hinteren Eingang des Friedhofes, ca. 70 m entfernt von meinem Erlebnis, geparkt hatte. Ich war mit dem Ritual fertig und etwas unheimlich war es mir nun doch. Ich konnte einfach nicht glauben, was ich sah, und das hielt mich wohl von der Angst ab. Ich glaubte eher daran, mich verguckt und verhört zu haben. Ich guckte nur geradeaus auf den Boden und schaute einfach nicht mehr auf das Gräberfeld. Als ich das Ende des Friedhofs fast erreicht hatte, wurde ich doch neugierig, ob die noch da waren, und wagte einen kleinen Blick auf das Gräberfeld. Die Sonne hatte sich plötzlich gedreht und der gesamte Friedhof, der im Schatten stand, war plötzlich in der Sonne. Und ja, die Wesen waren noch auf den Gräbern. In der Sonne sahen sie anders aus, etwas lebhafter. Sie waren aber nur noch ganz leicht zu sehen, waren ganz dicht nebeneinander, viele komplett abgemagert und in kurzen Hosen, und viele streckten die Arme zum Himmel aus. Ich wagte mich nicht, in die andere Richtung nach rechts hinter die Friedhofsmauer in den Wald zu schauen, denn wenn auf der gegenüberliegenden Seite Seelen im Wald waren, dann sind mit Sicherheit auch auf dieser Seite Seelen da, und ich spazierte mitten durch zwei Seelengruppen: Die innerhalb des Friedhofs und die außerhalb des Friedhofs.

Als ich das hintere Ende des Friedhofes erreichte, konnte ich die Seelen nicht mehr sehen. Ganz wunderschön hell schien die Nachmittagssonne auf den Friedhof. Die Farben erschienen mir himmlisch. Ich rief noch so etwas zu wie „Ich habe mich gefreut Euch kennenzulernen“ und „Steigt auf, wenn ihr es wünscht“. Dabei fühlte ich mich so wohl, wie an einem Frühlingstag. So als ob ich schweben würde. Und danach ging ich in mein Auto und fuhr das Stück raus aus dem Wald.

Ich fuhr aus dem Wald raus und an der Straße angekommen habe ich erstmal angehalten und mich gefragt, was das wohl war!!! Obwohl ich mich bei dieser Reinigung so wohl wie noch nie gefühlt hatte, erschien es mir unglaublich. Ich kam zum Schluss, dass ich wohl in die 3. und die 4. Dimension zugleich reingeschaut habe. Ich hatte die Seelen gesehen, die tanzten und tranken, vermutlich weil sie sich freuten, dass sie aufsteigen konnten. Die Geräusche, die ich gehört hatte, kamen von den feiernden Seelen. Mensch Mann! Als ich sie zuerst hörte, stand ich noch mitten im Gräberfeld, und zwar dort wo ich danach die nebligen Gestalten sah. Ich war mitten unter den ganzen Gestalten! Ich konnte mir nur nicht erklären, weswegen ich so viele gesehen habe. Ich dachte immer, dass zumindest ein großer Teil der Rheinwiesenlagerinsassen doch schon längst aufgestiegen sein muss und dass nur noch ein Rest hier erdgebunden unter uns weilt. Das sah ja so aus, als ob alle Toten des Friedhofs (und evtl. noch viele mehr) hier unter uns erdgebunden waren. Dabei wurden diese Toten ordentlich bestattet! Von denen hätte ich am wenigsten erwartet, dass sie noch unter uns weilen.

Erst viel später kam ich zum Schluss, dass ich wohl die Opfer der Rheinwiesenlager aufgerufen habe und alle gesehen habe, die ich aufgerufen hatte. Ich kann mich nicht mehr so genau erinnern, wen ich alles gerufen habe. Ich vermute, ich rief die die auf dem Friedhof waren und alle die in Massengräbern sind, nach denen nie gesucht wurde. Das liegt nahe. Auch die, die nicht ordentlich bestattet wurden sollen aufsteigen.

Eine Bekannte fragte mich, ob ich die Gestalten denn nicht Richtung Himmel gehen sah. Nein, das hab ich nicht gesehen. Da ich sie während meines Ganges zum Auto schon schwächer sah und danach gar nicht mehr sah, gehe ich davon aus, dass sie sich auflösten. Das gesamte Erlebnis hat ca 5 Minuten gedauert.

Ich hatte während vieler Reinigungstouren wegen anderen Kriegsgeschichten einige Erlebnisse und alle waren unheimlich. Einige waren auch negativ. Dieses Erlebnis im Lohrer Wald war aber das schönste und größte Erlebnis, das ich je während aller Reinigungstouren hatte. Eine unheimliche Freude kam in mir auf. Danach habe ich nie wieder an der Richtigkeit meines Weges gezweifelt. Die Seelen der Opfer des 2. Weltkrieges steigen auf diese Art auf und es sind noch ganz viele hier unter uns!

Da ich nie eine richtige Bestätigung erhalten habe, dass meine Arbeit auch etwas bringt, hatte ich mir einige Zeit davor von ganzem Herzen gewünscht, doch einmal eine eindeutige Rückmeldung zu bekommen. Dieser Herzenswunsch ging im Lohrer Wald in Erfüllung.

Sehr viel später entdeckte ich noch mehr Botschaften: Die schöne Sonne, die zum Schluss da war, war ein Naturschauspiel. Es war eine Bestätigung, ein kleines Dankeschön. Und auch das Gefühl sich wohlzufühlen und zu schweben gehörte mit dazu. Möglicherweise war es eine kurzfristige Anhebung in eine höhere Dimension. Ich hab das nämlich immer und immer wieder gleich nach einem Ritual erlebt, und zwar immer wenn ich es nicht erwartet hatte, dh. nicht daran gedacht hatte. Die Rückmeldungen der geistigen Welt kommen nämlich alle ohne Erwartungen.

Das Rheinwiesenlager Planig bei Bad Kreuznach:

Auch hier gilt das gleiche wie bei dem Lager in Zahlbach: Ich habe bis heute noch keine Skizze über dieses Lager bekommen und bin deshalb nicht hingefahren. Meine Erfahrungen mit den Stadtverwaltungen und der Dokumentationsstelle Rheinland-Pfalz sind leider schlecht. Ich habe von dort noch nie eine brauchbare Info über die Rheinwiesenlager bekommen. In der Regel haben sie auf meine Anfragen nicht geantwortet.

Ich würde mich freuen, wenn mir ein Leser hier mit dem Standort dieses Lagers weiterhelfen kann. Dann will ich das Lager gerne besuchen und berichten.

Das Rheinwiesenlager Ludwigshafen-Rheingönheim

Dieses Lager soll ca. 1 km2 groß gewesen sein und befand sich auf einem Feld zwischen Rheingönheim und der Firma Giulini. Ich habe aber immer ganz gerne noch eine Skizze des Lagers dabei, damit ich es umgehen kann. Ich wendete mich also schon vor längerer Zeit an die Stadt Ludwigshafen und fragte danach. Die Antwort lautete: „Leider können wir mit dem Begriff „Rheinwiesenlager“ in Rheingönheim nichts anfangen. Was genau meinen Sie damit?“. Also verlinkte ich der guten Dame mal das video der Rheinwiesenlager auf YouTube. Sie antwortete auch promt: „Ich danke Ihnen für die ausführliche Information. In Anbetracht der Thematik leite ich Ihre Anfrage an Herrn Dr. Mörz, den Leiter unseres Stadtarchivs weiter, der Ihnen bestimmt mitteilen kann, wo sich diese Gedenkstätte in Rheingönheim befindet.“ Die gute Frau stand wohl unter Schock, nachdem sie das Video sah. Ich hatte nämlich nach der Skizze des Lagers gefragt.

Dr. Mörz meldete sich nie. Hieraus schließe ich, dass man von Ämtern absolut gar keine Auskunft über Rheinwiesenlagern bekommt, oder allerhöchstens eine Falschinformation bekommt. Das ist vermutlich Angst. Das Verbrechen „unserer Freunde“ soll nicht bekannt werden.

Das Mahnmal in Rheingönheim kann man auch unter den Bildern von Google Map finden. Ich verstehe deshalb das große Geheimnis nicht.

Angeblich soll sich die Gedenkstätte inmitten des Lagers gefunden haben, und wenn das Lager ca. 100 ha groß war, kann ich mir in etwa ausrechnen, auf welchen Stellen es gewesen ist. Etwa 90.000 Menschen sollen dort inhaftiert gewesen sein und die Sterblichkeitsrate soll etwas niedriger als woanders gewesen sein. Eine ganz dicke Lüge leistete sich aber die Gedenkstätte von Bretzenheim, als sie behauptete, im Lager Rheingönheim seien nur 11 Tote gewesen. 11 Tote von 90 000 Menschen in 3 Monaten! Das ist ja weniger als der normale Abgang. Die mögliche etwas niedrigere Sterberate hat vermutlich ihre Ursache in der Versorgung. Trotz striktem Verbot wurden die Gefangenen mit Decken und Lebensmitteln von den Bürgern versorgt. Gem. einem Bericht, soll die Straßenbahn in Richtung Ludwigshafen dicht am Lagerzaun vorbeigefahren sein, und konnte einige dringend benötigte Dinge unbemerkt ins Lager werfen. Diese Straßenbahn ist die Nr. 6 und es gibt sie noch heute noch.

Am 7.9.2017 besuchte ich das Rheinwiesenlager Ludwigshafen im Stadtteil Rheingönheim. Es war mir bekannt, dass dort eine kleines Mahnmal steht. Als ich in Rheingönheim ankam, suchte ich zuerst nach der Straßenbahn, denn dort wo die Gleise waren, war auch der Zaun des Rheinwiesenlagers. Ich fand die Gleise auch, aber links und rechts der Gleise war ein Wohngebiet. D.h. alle Häuser, die sich östlich der Gleise befinden, stehen auf dem ehemaligen Rheinwiesenlager und wurden nach dem Krieg gebaut. Es waren mittelständische Häuschen sowie auch ein Viertel mit Blockhäusern.

Etwa 150 m von den Gleisen entfernt, im Anschluss an die Häuser, begann das Feld bzw. ein Viertel mit Schrebergärten an der Brückstraße. Zwischen den Schrebergärten und den Häusern war eine Landstraße mit viel Verkehr und gleich an der Landstraße befand sich eine kleine Gedenkstätte (Foto s. hier:) Ich zitiere hier mal den Text der Inschrift dieses Mahnmales: „Zur Erinnerung an das Kriegsgefangenenlager, das von März bis Juli 1945 auf 100 Hektar in Rheingönheim bestand. In ihm wurden etwa 90 000 deutsche Soldaten festgehalten, in der Hoffnung, dass es nie wieder Krieg und Kriegsgefangene geben wird. Die Bevölkerung Ludwigshafens“.

Na ja, ich habe ja erlebt, wie informiert die „Bevölkerung von Ludwigshafen“ bei der Stadtverwaltung ist, die nichts davon wusste und diese Inschrift auch noch mitunterzeichnet haben will. Wer auch immer das formulierte, muss wohl geglaubt haben, dass bei Gründung eines Rheinwiesenlagers es danach keinen Krieg und keine Kriegsgefangene gibt. Das Massaker an deutschen wehrlosen Soldaten wird – wie so überall in den anderen Lagern – verschwiegen.

Trotzdem: Ich finde es toll, dass man sich zumindest in Luwigshafen aufraffte, ein Mahnmal „nur für Deutsche“ zu erbauen. Das sieht in anderen Lagern nämlich anders aus. An diesem Mahnmal machte ich mein Ritual für die erdgebundenen Seelen mit vielen Blumen. Es war an der Straße ziemlich laut und es war windig, so dass die Blumen, mit denen ich einen Kranz bildete, teilweise wegflogen und ich die Kerze nicht anzünden konnte. Trotzdem lief alles reibungslos über die Bühne. Trotz vielen Radfahrern und Spaziergängern hat nichts gestört und ich konnte mich gut auf das Ritual konzentrieren. Danach setzte ich mich eine Weile auf die Bank, die neben der Gedenkstätte stand, und genoss die schöne Herbstsonne.

Leider konnte ich das Gelände nicht umfahren. Es bestand größtenteils aus Feldwegen und ich wusste nicht genau, auf welchen Teilen das Lager war. Ich fuhr auf dem Feld soweit der Weg gepflastert war. Dort stand die Schrebergartenanlage, ein Bauhof, ein großes Gelände mit Sonnenkollektoren und ein hinterer Eingang zur Firma Giulini.

Man weiß nie so genau, was so ein Ritual bringt. Ich meine, es war schon erfolgreich.

 

Das Rheinwiesenlager Böhl-Iggelheim

Dieses Lager liegt ca. 10 km von Ludwigshafen am Rhein entfernt und ich besuchte es am 7.9.2017. Beim Suchen nach einer Skizze stieß ich vor einigen Jahren auf eine Naziseite. Auf dieser Skizze war nicht nur die Lage des Lagers, sondern auch die Wachtürme, die „Küche“, die aus 4 Feldküchen bestand, und die Käfige eingezeichnet. Dummerweise habe ich mir die Skizze damals nicht runterkopiert und sie ist schon seit langer Zeit nicht mehr zu finden. Ich habe mir aber das Areal des Lagers gemerkt. Das Lager war halbwegs rechteckig; eine Fläche von ca. 1 km2. Der Nord-Westliche Winkel begann am Böhl-Iggelheimer Bahnhof. Vom Bahnhof geht die westliche Grenze nach Süden entlang der Iggelheimerstraße in Richtung Iggelheim bis zur L 532 (ca. 1000 m). Dann ging es die L 532 ca. 1000 Richtung Osten und dann ging es durch Feld nach Norden bis zu den Gleisen. Der Nordwestliche Winkel des Lagers ist heute ein bebauter Teil gleich am Bahnhof Böhl-Iggelheim. Es ist das Gewerbegebiet Im Stiegelsteig, das komplett auf der Lagerfläche steht, und einige Wohnhäuser.

An der Iggelheimer Str., etwa in der Mitte der Fläche, steht eine Gedenkstätte . Ein Stein von ca. ein Meter Höhe mit einer missverständlichen Inschrift (hier ein Bild). Die Inschrift lautet: „Als Folge von 12 Jahren nationalsozialistischer Gewaltherrschaft und des 2. Weltkrieges, der von deutschem Boden ausging, befand sich hier vom 11. April bis zum 13. Juli 1945 ein Kriegsgefangenenlager der Alliierten für deutsche Soldaten und Zivilisten. Wir gedenken aller Opfer. Möge diese Gedenktafel eine Mahnung sein und dem Wunsch nach dauerhaften Frieden Ausdruck verleihen“.

Es ist ja prima, dass überhaupt eine Gedenktafel – wenn auch etwas klein – für Deutsche existiert, denn für die Deutschen ist so etwas nicht wert, glauben die Deutschen. Sie fallen voll auf die Gehirnwäsche, die dieser Text verursacht, herein.

Ich nehme den Text mal auseinander:

„Als Folge von 12 Jahren nationalsozialistischer Gewaltherrschaft…“ Dieser Satzteil suggeriert, dass so ein Rheinwiesenlager für deutsche Soldaten ausschließlich als Folge der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entstand. D.h. so in etwa wie: „Die Siegermächte hatten das Recht so etwas Grausames einzurichten“.

„des 2. Weltkrieges, der von deutschem Boden ausging“. Eigentlich ging der Krieg von polnischem Boden aus, die die in den ehem. deutschen Gebieten verbliebenen Deutschen übel massakrierten, schikanierten und in KZs nach Ostpolen deportierten. Man vergisst gerne, dass derjenige, der ein Konflikt verursacht, nicht derjenige ist, der ihn beginnt, sondern derjenige, der in provoziert. Das waren nicht die Deutschen.

„Möge diese Gedenktafel eine Mahnung sein und dem Wunsch nach dauerhaften Frieden Ausdruck verleihen“. Eigentlich haben wir in Deutschland seit dem 2. Weltkrieg Frieden, aber nicht dank den Rheinwiesenlagern. Die Worte auf der Gedenktafel gelten auch nicht für Briten und Amerikaner, denn die haben seit dem 2. Weltkrieg sehr viele Kriege entfacht. Auch Franzosen waren an Kriegen in Afrika beteiligt. Daran erinnert man sich nur nicht so gerne.

Selbst wenn ein Volk noch so grausam ist, gibt es den Siegern nicht das Recht, danach qualvoll und systematisch deren Soldaten und die Bevölkerung umzubringen. Der geplante Tod mit der gesamten Grausamkeit, mit der die deutschen und verbündeten Soldaten und Zivilisten umgebracht wurden, wird auf der Gedenktafel weggelassen. So kann man falsche Helden ehren.

Das vermeintliche Rheinwiesenlager Urmitz

Vermutlich hat es dieses Lager nie gegeben. Vermutlich wurde es geplant, vielleicht auch eingezäunt, aber es ist mir nicht bekannt, dass dort Kriegsgefangene Deutsche gewesen sind.

Das vermeintliche Rheinwiesenlager Dietz

Dieses Rheinwiesenlager wird überall erwähnt. Gem. der NS-Dokumentationsstelle Rheinland-Pfalz sollen dort sogar 30.000 tote deutsche Soldaten gewesen sein. Als ich bei der Stadt Dietz einmal nach dem Standort fragte, bekam ich die Antwort, dass es in Dietz kein Rheinwiesenlager gab. Es war der Stadt bekannt, dass die NS-Dokumentationsstelle Rheinland-Pfalz in Bretzenheim diese Information verbreitet.

Dafür gab es in Dietz aber ein Lager der Wehrmacht für feindliche Soldaten, d.h. Amerikaner, Franzosen und Russen; ein sogenanntes STALAG.

Dieses Stalag wurde von den Alliierten im Rahmen der Städtebombardierung bombardiert. Vermutlich versehentlich, denn die Stadt Dietz hatte keine großen Schäden zu verzeichnen.

Im Stalag gab es viele tote Kriegsgefangene, die heute auf dem Soldatenfriedhof in Dietkirchen auf der anderen Seite der Lahn liegen, sofern sie nicht repatriiert wurden.

Auf dem Gelände des damaligen Lagers befand sich nach dem Krieg eine Kaserne der Bundeswehr. Die Bundeswehr gab aber diese Kaserne auf und sie wird jetzt als Auffanglager für Flüchtlinge benutzt. Das Gelände ist nicht zugänglich.

Das Rheinwiesenlager Koblenz-Lützel:

Auch für dieses Lager konnte ich bis heute keine Skizze bekommen und bin deshalb nicht hingefahren. Meine Erfahrungen mit den Stadtverwaltungen und der Dokumentationsstelle Rheinland-Pfalz sind leider schlecht. Ich habe von dort noch nie eine brauchbare Info über die Rheinwiesenlager bekommen. In der Regel haben sie auf meine Anfragen nicht geantwortet.

Ich würde mich freuen, wenn mir ein Leser hier mit dem Standort dieses Lagers weiterhelfen kann. Dann will ich das Lager gerne besuchen und berichten.

Das Wiesenlager Oberursel

In Oberursel hat es in 1945 ein berüchtigtes Kriegsgefangenenlager der Amerikaner gegeben, das die Siegermächte „Camp King“ nannten. Für die Deutschen war es „der Siedlerhof“.

Die Geschichte dieses Geländes begann, als die Nazis vor dem Krieg einen Siedlerhof auf einem Areal von ca. 2 km2 in Oberursel gebaut haben. Er bestand aus einigen Bauernhäusern, einem Gebäude, das „der Siedlerhof“ genannt wurde, und einer großen Wiese, in denen die Menschen das Landleben lernen konnten. Dort wurden Bienen gezüchtet und viele Tiere gehalten.

Während der Kriegszeit bauten die Nazis Baracken auf den Wiesen des Siedlerhofes, um die abgestürzten englischen und amerikanischen Flieger unterzubringen, die sich mit einem Fallschirm oder anderswie gerettet hatten. So ziemlich alle von Ihnen dürften wohl die Massenmörder gewesen sein, die davor die deutschen und österreichischen Städte bombardiert hatten, auf spielende Kinder oder Bauern auf dem Feld geschossen hatten, Phosphor abgeworfen hatten, usw. und die Bevölkerung war nicht gut auf sie zu sprechen.

Für die Flieger war Oberursel ein „Durchgangslager“ (DULAG). Alle über Deutschland abgestürzten und festgenommenen Flieger kamen zuerst nach Oberursel, wurden dort verhört und anschließend in andere Lager gebracht. Bei diesem Verhör wurde aber weder gefoltert noch unter Druck gesetzt und die Flieger wurden gut behandelt. So sagten es auch alle inhaftierten Flieger in den Nachkriegsprozessen aus. Man richtete den Gefangenen einen Fußballplatz auf der Wiese des Siedlerhofes ein und ging im Winter sogar mit ihnen auf den Feldberg zum Ski laufen. Davon gibt es noch ein paar Fotos! Die Gefangenen waren auf dem Gelände auch gar nicht richtig eingezäunt und es gab nur einmal einen Ausbruchsversuch. Alle Gefangenen konnten aber wieder gefangen genommen werden und keiner wurde erschossen. Es gibt eine gute Seite darüber: www.campking.org , für denjenigen, der mehr darüber wissen will.

Durch das zuvorkommende Verhalten konnte von einigen Kriegsgefangenen unwahrscheinlich viel Information herausbekommen werden. So eine Methode war viel effektiver als die Folter, und die erhaltene Information stimmen dann auch.

Zu Kriegsende wurden die festgenommenen Flieger von Amerikanern befreit und die Deutschen mussten abziehen bzw. wurden gefangengenommen. Die Bewohner der Gegend plünderten das Gelände komplett. Die Amerikaner, die das Lager danach übernahmen, richteten es nicht mehr her und zäunten es komplett ein. Der alte Siedlerhof bekam den Namen „Camp King“ und wurde ein berüchtigtes Kriegsgefangenenlager mit Foltereinrichtungen für Deutsche, zur Vorbereitung der Nürnberger Prozesse und zur Sammlung von Beamten, Soldaten, etc., um sie in die Rheinwiesenlager zu bringen.

Im Sommer 2012 machte ich einmal eine Führung in Camp King mit. So eine Führung ist ein Gedenken an diejenigen, die dort leiden mussten, und hilft jeder erdgebundenen Seele bei ihrer Erlösung, wenn die Wahrheit dabei auch berichtet wird. Ich wünschte mir, es gäbe so etwas auch an anderen belasteten Stellen in Deutschland und die Wahrheit würde fair, ohne Lücken und Verdrehungen gebracht.

Die Baracken, in der erst die englischen Flieger und danach die deutschen Generäle und Persönlichkeiten zwecks Verhör bzw. Folter untergebracht waren, wurden nach dem Krieg abgerissen. Vor einigen Jahren wurde die Wiese des Siedlerhofes teilweise bebaut. Dort entstand ein schönes Wohnviertel mit Häuschen und Wohnungen. Trotzdem sind der alte Siedlerhof und die Bauernhäuser noch da und es ist noch viel Grünfläche dazwischen.

Ich habe während der Führung durch Camp King keine Räucherung und kein Ritual machen können. Ich konnte an diesem Tag nach der Führung nur einmal gegen den Uhrzeigersinn um das Gelände fahren. Auch wenn der Führer des Rundganges zwar u.a. mitteilte, dass die Leute gerne auf diesem Gelände wohnen, ist es ein belastetes Stück Land.

In Camp King war ich noch 2 weitere Male. Im Oktober 2012 habe ich dort der erdgebundenen Seelen der Wiesenlager gedacht, die auf der Wiese, wo kurz davor englische und amerikanische Flieger Fußball gespielt haben, deutsche Bürgermeister, Landräte, Polizei, Beamte, Soldaten, Verwundete aus den Lazaretten, und alles, was den Siegermächten wie ein Nazi oder ein deutscher Soldat vorkam, oder alt genug erschien, um eine Waffe zu halten, gesammelt wurden. Ohne Behausung, fast ohne Wasser und ohne Nahrung durften diese armen Menschen tage- und wochenlang bei jedem Wetter eingezäunt auf der Fußballwiese sitzen, bis die meisten von ihnen an den Rhein in die Rheinwiesenlager gebracht wurden. Viele kamen von dort nicht mehr zurück.

Der ehemalige Fußballplatz für Engländer und Amerikaner und danach Wiesenlager für die Deutschen ist heute noch eine Wiese mit einigen Spielgelegenheiten für die Kinder. Dort habe ich mein Ritual abgehalten, geräuchert und die erdgebundenen Seelen auf den Wiesen aufgerufen. Als ich damit fertig war, setzte ich mich noch eine Weile auf eine Bank auf die Wiese. Es war so ein herrlicher, angenehmer sonniger Tag! Plötzlich kam eine weiße Katze direkt an mir vorbei. Sie hatte nur einen kleinen, braun-melierten Fleck auf dem Rücken. Sie ließ sich gerne streicheln und es dauerte nicht lange, bis sie sich auf meinem Schoß setzte und mir etwas vorschnurrte. Offensichtlich genoss auch sie die angenehme Temperatur und die Sonne, wie auch meinen Schoß. Nun wollte ich gar nicht mehr so recht gehen. Sie hatte es sich richtig gemütlich gemacht und hatte auch noch nicht vor zu gehen. Sie schlief auf meinem Schoß ein und ich nickte auch etwas ein. Als ich aufwachte, war eine ganze Stunde vergangen und die Mietze saß noch da. Ich setzte sie dann runter. Sie schien mir nicht böse zu sein und ging. Ich ging dann auch.

Das war mal wieder so eine Begegnung, die mich an dem belasteten Ort in einer angenehmen Weise festhielt. Ich deute das so, dass ich noch etwas länger an diesem Ort bleiben sollte. Insgesamt war ich über diese Reinigungstour sehr zufrieden, denn alles hat gestimmt.

Diese Art von Wiesenlager, zwecks Sammeln der „Verdächtigen“ und Versendung in die Rheinwiesenlager, hat es im mittel- und süddeutschen Raum bis hin nach Österreich und Böhmen so ziemlich überall gegeben. Sie waren nicht besser als die Rheinwiesenlager. Der Unterschied lag nur darin, dass die Insassen noch etwas stabiler waren, nicht so lange dort aussitzen mussten und deswegen auch nicht in so großen Massen gestorben sind. Es ist eine sehr gute Frage, wo es diese Lager überall gegeben hat. Ich meine, eine komplette und korrekte Auflistung existiert gar nicht mehr. Falls es jemand interessiert, verlinke ich hier: http://www.rheinwiesenlager.de/Badhersfeld.htm den sehr ausführlichen Bericht eines Insassen eines Wiesenlagers bei Bad Hersfeld. Auch von dort werden Horrorgeschichten berichtet.

In diesem Bericht über die Rheinwiesenlager erzählte ich ausschließlich über das Wiesenlager in Oberursel. Über die Verhöre und die Folter der SS-Leute und Kriegsgefangenen in Camp King berichte ich in den Punkten „Schauprozessen und Siegerjustiz“ und „Verbrechen der amerikanischen Geheimdienste“ (s hier: Siegerjustiz   und Geheimdienste).

Die Abschlussbotschaft

Ich habe die Geschichte der Rheinwiesenlager danach ebenfalls „losgelassen“. Wenn ich mich immer wieder darauf konzentriere, hole ich die Seelen, die aufgestiegen sind, nämlich wieder mit meinen Gedanken zu mir. Die sollen ruhen. Ich konnte es aber nicht vermeiden, mir noch darüber viele Fragen zu stellen. So fragte ich mich manchmal, für was die Nazis wohl in den deutschen KZs Baracken und Gaskammern gebaut haben, wenn man doch so leicht eine beliebige Anzahl von Menschen umbringen kann, indem man sie einfach auf die Wiese setzt und verrecken lässt. Das erfordert keinen Aufwand, kostet nicht viel und geht relativ schnell. Diese Frage konnte mir bisher keiner beantworten.

Eine weitere Frage, die ich mir ebenfalls stellte, war, ob alle Insassen der Rheinwiesenlager aufgestiegen sind, und zwar auch die aus den Lagern, die ich nicht besuchen konnte und von denjenigen, von denen wir eventuell nichts wissen, weil sie nirgendwo erwähnt werden. Letztendlich habe ich – außer dem Erlebnis im Lohrer Wald – nichts davon gesehen.

Die Antwort auf diese letzte Frage bekam ich – so meine Meinung – von der geistigen Welt Mitte Februar 2013, als ich im Krankenhaus nach einer kleinen Vollnarkose von ca. 30 Min. wieder aufwachte und mich sofort erinnerte, dass ich geträumt hatte. Ich hab mich gewundert, dass man während einer Vollnarkose überhaupt träumen kann. Der Arzt bestätigte mir aber, dass das unterschiedlich ist. Er war nur erstaunt, als ich ihm erzählte, dass ich vom Krieg geträumt hatte. Eigentlich war es kein richtiger Traum, sondern nur ein Bild, das ich gesehen habe, und das ich nie wieder vergessen werde: Das Bild eines Rheinwiesenlagers! Ich sah die Landschaft, die man sehr oft auch auf Fotos sieht: Eine Wiese und im Hintergrund die Berge. Das Gelände war aber nicht kahl und matschig und auch nicht voller Löcher, sondern wunderschön grün und einladend. Wie im Bilderbuch. Auch alle anderen Farben des Bildes waren auffällig schön. Es gab keinen Zaun und keine Wachposten. Auf der Wiese standen und saßen einige Soldaten in grauen, sauberen, gepflegten Uniformen. Sie sahen gut, gesund, frisiert und zufrieden aus. Der Himmel war strahlend blau und ohne Chemtrails. Die Sonne hab ich zwar nicht gesehen, aber die Wiese war komplett in einem auffällig gelben, schönen Licht umhüllt. Oh Freude! Wenn das nicht ein Blick in die 5. Dimension war und eine Bestätigung war, die bedeutete: „Es geht uns gut“!

Aufruf für den Aufstieg der Seelen im Lager Bretzenheim für alle Rheinwiesenlager und weiteren Lagern dieser Art im In- und Ausland:

Liebe Soldaten, die ihr Euch zu Kriegsende ergeben habt, liebe Bürgermeister und Beamte, die ihr nach der Kapitulation durch Alliierte festgenommen wurdet, liebe Krankenschwester, liebe Fliegerhelferinnen, liebe Verwundete und Amputierte, die aus den Lazaretten geholt wurdet, liebe ehemalige Hitler-Jungs oder Jugendliche, die den Besatzern alt genug erschienen, um eine Waffe zu halten, liebe alte Leute, Frauen und Kinder, die ihr alle als Verdächtige von Alliierten festgenommen wurdet und am Rhein oder woanders auf den Wiesen ohne Dach, ohne Wasser und ohne Verpflegung eingezäunt wurdet! Ich habe Euch nicht vergessen!

Die Grausamkeiten, die Ihr auf den Wiesen als Wehrlose in amerikanischer und französischer Gefangenschaft erleben musstet, haben keinen Namen. Ohne Behausung ward ihr schutzlos jedem Wetter ausgesetzt. Ohne Euren Mänteln, die man Euch teilweise abnahm, und ohne oder fast ohne Wasser und Nahrung, wurdet Ihr dem Hungertod und dem Tod durch Erfrieren ausgesetzt. Schikaniert und gedemütigt trat ein langsames, qualvolles Massensterben ein. In der Sommerzeit ward ihr der glühenden Hitze ohne Behausung ausgesetzt.

Ich gedenke an die Million Tote, die durch Kälte, Durst und Hunger, Selbstmord, Erschießung, Ruhr, Typhus, Herzversagen oder anderen Krankheiten starben und in unbekannten Massengräbern oder wo auch immer verscharrt wurden. Ich bitte um Vergebung, dass keiner bis heute nach Euch suchte und das Schicksal von so vielen Vermissten nicht geklärt wurde!

Ich gedenke an die Soldaten, die bereits schon auf dem Transport zu den Rheinwiesenlagern in überfüllten Viehwaggons oder Lastern erstickten. Ich gedenke auch an alle Soldaten, die nach mehrtägiger Fahrt im Stehen auf Viehwaggons den Transport nicht überlebten. Ich gedenke der Soldaten, die während des Transportes durch herabhängende Äste erschlagen wurden. Ich gedenke der Soldaten, die von den Lastern fahrlässig herabgeworfen wurden und sich teilweise schwer verletzten.

Ich gedenke an die vielen geschwächten jungen Männer, die aus diesen Lagern für die französische Kriegsgefangenschaft aussortiert wurden und von denen nur sehr wenige wieder zurückkamen.

Ich gedenke an die Opfer, die geschwächt beim Verrichten der Notdurft in die Latrinen fielen, dort versickerten und von ihren geschwächten Kameraden nicht herausgeholt werden konnten.

Ich gedenke an die Opfer, die bei Regen in ihren Erdlöchern einstürzten, die sie sich mit dem Feldgeschirr zum Schutz vor Wind, Wetter und dem nächtlichen Flutlicht gebaut hatten. Die vor Hunger und Durst geschwächt nicht allein mehr herauskommen konnten. Ich gedenke auch an diejenigen, die in ihren Erdlöchern willkürlich mit Bulldozern von Amerikanern lebend eingewalzt wurden.

Ich gedenke an die Opfer, die durch willkürliches Schießen in die Menge durch Alliierte erschossen oder verletzt wurden, die ohne ärztliche Versorgung leiden mussten und starben, oder die sonstigen willkürlichen Misshandlungen zum Opfer fielen.

Ich gedenke an viele Kriegsverletzte und Amputierte, die aus den Lazaretten herausgeholt wurden, die sich manchmal nicht allein versorgen konnten oder nicht mehr laufen konnten, die oftmals von Amerikanern gedemütigt wurden und besonders litten.

Ich gedenke an alte Leute, Mütter und Kinder, die eindeutig unschuldig waren, und dort ebenfalls leiden mussten.

Ich gedenke an die Menschen, die auf der Flucht aus den Lagern erschossen wurden.

Ich gedenke an die lieben Menschen aus der Zivilbevölkerung, die die Gefangenen mit Nahrung versorgen wollten und dabei angeschossen oder erschossen wurden. Ich danke allen, die den Geflüchteten halfen und sie in ihren Wohnungen aufnahmen, die sich für sie einsetzten. Ich danke auch allen, die helfen wollten und deren Hilfe von den Alliierten nicht zugelassen wurde.

Ich gedenke an alle Opfer der Wiesenlager, die sich vor allem in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Hessen, Bayern und das südliche Nordrhein-Westfalen befanden. Ich gedenke insbesondere an die fürchterlichsten „Rheinwiesenlager“ Bretzenheim, Bad Kreuznach-Galgenberg, Sinzig, Siershahn, Trier, Remagen, Andernach, Rheinfelden, Dietersheim, Heidesheim, Mainz-Hechtsheim, Biebelsheim, Ludwigshafen-Rheingönheim, Böhl-Iggelheim, Büderich, Wickrathberg und andere, sowie Gotha, Heilbronn, Bad Hersfeld, Brilon, Oberursel uvm. Ich behalte Euch in Erinnerung.

Liebe Rheinwiesenlagerinsassen oder Insassen anderer Lager, leider kann ich Euch nicht für die Siegermächte und für unseren Staat, der bei der Verharmlosung dieses Verbrechens unterstützt, um Vergebung bitten. Das müssen sie selbst machen. Ich kann für Euch auch keine Gedenkstätte oder angemessen große Gedenkstätte an den Ort des Verbrechens hinbauen. Ich kann auch nicht veranlassen, dass nach euren Massengräbern gesucht wird. Ich darf auch nicht auf den noch existierenden Ackerflächen graben, da es einer gerichtlichen Anordnung bedarf, die ich nicht bekommen werde. Ich kann nicht die Wahrheit so publik machen, wie sie wirklich war. Ich kann vorerst nur persönlich versprechen, Euch immer präsent zu behalten und die Wahrheit im Bekanntenkreis zu verbreiten, so dass sie sehr langsam ans Tageslicht kommt. Es kommen z.Z. viele Wahrheiten ans Tageslicht. Auch Euer Erlebnis wird nicht im Dunkeln bleiben.

Liebe Wesen aus den Rheinwiesenlagern und anderen Kriegsgefangenenlagern auf den Wiesen, ich bitte Euch, aus ganzem Herzen all denen zu vergeben, die Euch etwas Böses wollten oder antaten, auch wenn es sehr schwer fällt. Ich bitte Euch, alle sich daraus ergebenden Folgen und Notwendigkeiten aufzuheben. Lasst Eure schrecklichen Erlebnisse los: Eure Wut, Euren Schmerz, Kummer, Rachegefühle, Sorge uvw. und schließt Frieden mit der Vergangenheit.

Einen wunderschönen Aufstieg wünsche ich Euch, liebe Seelen! Und habt bitte keine Angst vor Gott, denn er straft nicht.

Flamme, Flamme, Flamme, des violetten Feuers, transformiere ALLE erdgebundenen Wesen der Rheinwiesenlager und anderen Wiesenlagern, die noch auf Erden weilen, und alle Schatten in Licht, Licht, Licht.

So sei es.